MeisterMontagen

Küchenmontage Ablauf: Zeitplan, Phasen und Übergabe

Eine durchschnittliche Einbauküche von vier bis sechs Metern wird von einem zweiköpfigen Monteurteam in der Regel an einem Arbeitstag montiert; bei Kochinseln, Sonderanfertigungen oder schwierigen Wänden planen Fachbetriebe zwei bis drei Tage ein. Diese Spanne nennen unabhängig voneinander mehrere deutschsprachige Küchen- und Handwerksportale, und sie deckt sich mit den Erfahrungsberichten aus Küchenforen. Der eigentliche Montagetag ist dabei nur das sichtbare Ende einer Kette, die sechs bis acht Wochen vorher mit Planung und Aufmaß beginnt. Wer diese Kette kennt, erkennt frühzeitig, an welcher Stelle es klemmt – und das ist fast nie der Schraubendreher, sondern die Vorbereitung.

Der Zeitrahmen: was realistisch ist

Die Angaben der Branche sind erstaunlich einheitlich, sobald man sie nebeneinanderlegt. Ein gerader Küchenblock inklusive Anlieferung schafft ein eingespieltes Team laut dem Küchenanbieter olina an einem Tag; typisch seien zwei bis vier Tage, wenn Altküche, Bodenbelag und Vorarbeiten dazukommen. Das Portal MEGA Küchen nennt für eine normale Einbauküche mit zwei Monteuren ebenfalls etwa einen Tag und für größere Küchen zwei bis drei Tage. Blauarbeit rechnet für eine Standardküche mit einem Arbeitstag und zwei Monteuren, für große Küchen mit Kochinsel mit zwei Tagen. Drei voneinander unabhängige Quellen, dieselbe Größenordnung – das ist ein belastbarer Erwartungswert.

Wichtig ist die Abgrenzung: Ein Tag Montage bedeutet nicht ein Tag Baustelle. Rechnen Sie den Abbau der alten Küche, eventuelle Maler- oder Bodenarbeiten und die Trocknungszeiten separat. olina spricht für einen kompletten Küchenwechsel inklusive aller Vorarbeiten von zwei bis drei Wochen Gesamtdauer. Wer nur den Montagetag freinimmt und danach sofort kochen will, plant zu knapp.

Realistische Zeitansätze für die Montage einer 4–6-Meter-Küche
Phase Zeitansatz Wer macht es Quelle
Anlieferung, Auspacken, Sortieren der Module ca. 1–2 Stunden Monteure / Speditionsteam MEGA Küchen (Ablaufbeschreibung)
Unterschränke stellen, ausrichten, verbinden ca. 2–3 Stunden Küchenmonteur MEGA Küchen, Blauarbeit
Arbeitsplatte einpassen, Ausschnitte, Abdichtung ca. 1,5–3 Stunden Monteur, bei Stein der Steinmetz Blauarbeit (Arbeitsplattenmontage 150–400 €)
Oberschränke, Hochschränke, Geräteeinbau ca. 2–3 Stunden Küchenmonteur MEGA Küchen
Elektroanschluss Kochfeld/Herd ca. 0,5–1 Stunde, 100–200 € eingetragenes Elektroinstallationsunternehmen Blauarbeit; § 13 NAV
Wasser- und Abwasseranschluss, Spüle ca. 0,5–1,5 Stunden, 100–300 € Monteur oder Installateur Blauarbeit
Frontenjustage, Sockel, Endreinigung, Abnahme ca. 1–2 Stunden Monteur mit Ihnen gemeinsam MEGA Küchen; Verbraucherzentrale (Abnahme)
Standardküche gesamt, 2 Monteure 1 Arbeitstag Zweierteam Blauarbeit, MEGA Küchen, olina
Zeitachse einer Küchenmontage von der Anlieferung bis zur Abnahme
Typischer Ablauf bei einer geraden Küchenzeile mit vier Metern.

Phase 1: Anlieferung und Wareneingang

Die Küche kommt selten in einem Stück. Üblich sind zwischen dreißig und siebzig Kartons und Pakete, dazu die Geräte in Einzelverpackung und die Arbeitsplatte separat. Kontrollieren Sie die Lieferung, bevor der Fahrer wieder wegfährt: Stückzahl gegen Lieferschein, Transportschäden an den Kanten, Dellen in Gerätefronten. Ein Schaden, der erst nach dem Einbau auffällt, lässt sich nur noch mühsam einer Ursache zuordnen. Fotografieren Sie beschädigte Verpackungen sofort – die Verbraucherzentrale empfiehlt für Handwerksleistungen generell, Beanstandungen schriftlich und möglichst mit Bildern festzuhalten.

Rechnen Sie außerdem mit Platzbedarf. Eine Sechs-Meter-Küche belegt beim Auspacken problemlos ein komplettes Nebenzimmer. Wer keinen Stellplatz vorbereitet, verliert die erste Stunde mit Umräumen – und Monteurstunden kosten laut Blauarbeit 50 bis 80 Euro je Monteur.

Phase 2: Unterschränke – hier entscheidet sich die Qualität

Die Reihenfolge ist bei allen Fachbetrieben gleich: erst die Unterschränke, dann die Arbeitsplatte, danach Ober- und Hochschränke, zuletzt die Geräte. Der Grund ist banal und wichtig zugleich: Alles, was später kommt, richtet sich an der Unterschrankreihe aus. Steht diese nicht exakt in Waage und Flucht, wandert der Fehler nach oben durch und zeigt sich am Ende als schiefe Fugenbilder zwischen den Fronten. Genau das ist laut Verbraucherschutz-Ratgebern der mit Abstand häufigste sichtbare Montagemangel.

Wände sind dabei der Gegner. Die DIN 18202 „Toleranzen im Hochbau“ erlaubt bei flächenfertigen Wänden bei einem Messpunktabstand von einem Meter eine Ebenheitsabweichung von 5 mm, bei vier Metern von 10 mm. Das ist normgerecht – für eine Küchenzeile aber viel. Der Monteur gleicht das über verstellbare Sockelfüße, Distanzleisten und die Wandanschlussleiste aus. Wenn Ihnen jemand sagt, die Wand sei „krumm“, ist das also keine Ausrede, sondern meist schlicht der zulässige Bautoleranzbereich. Details dazu finden Sie unter Küchen-Aufmaß.

Phase 3: Arbeitsplatte

Bei beschichteten Platten arbeitet der Monteur direkt vor Ort: ablängen, Ausschnitte für Spüle und Kochfeld fräsen oder sägen, Schnittkanten versiegeln, Eckverbindung setzen. Blauarbeit beziffert die Montage einer geraden Platte bis drei Meter mit 150 bis 250 Euro, eine L-Küche mit Eckverbindung mit 250 bis 400 Euro, dazu 30 bis 80 Euro je Ausschnitt. Bei Naturstein, Quarzkomposit oder Keramik läuft es anders: Diese Platten werden nach einem separaten Aufmaß in der Werkstatt CNC-gefräst und fertig angeliefert. Was das für Ihren Zeitplan bedeutet, steht ausführlich unter Arbeitsplatte Zuschnitt.

Die Arbeitsgemeinschaft Die Moderne Küche (AMK) hat für die Kochfeldintegration eigene Merkblätter herausgegeben; darin wird unter anderem ein Mindestabstand zwischen Kochfeld und Spüle sowie das Brechen der Ausschnittkanten gefordert, um Spannungsrisse zu vermeiden. Fragen Sie Ihren Monteur ruhig danach – wer die AMK-Merkblätter kennt, arbeitet in der Regel sauber.

Phase 4: Geräte und Anschlüsse

Kühlschrank, Geschirrspüler und Backofen werden eingeschoben, ausgerichtet und mit Kippsicherung befestigt. Beim Strom endet die Zuständigkeit des Küchenmonteurs allerdings dort, wo fest angeschlossen wird. Nach § 13 Absatz 2 der Niederspannungsanschlussverordnung (NAV) dürfen Arbeiten hinter der Messeinrichtung nur vom Netzbetreiber oder von einem „in ein Installateurverzeichnis eines Netzbetreibers eingetragenen Installationsunternehmen“ ausgeführt werden. Ein Elektroherd oder ein autarkes Kochfeld wird nicht über eine Schuko-Steckdose betrieben, sondern fest an eine Anschlussdose geklemmt – das ist Elektrikerarbeit.

Sicherheitstechnisch relevant ist außerdem DIN VDE 0100-410. Abschnitt 411.3.3 verlangt für Steckdosen in Endstromkreisen bis 32 A Bemessungsstrom, die von Laien allgemein genutzt werden, eine Fehlerstrom-Schutzeinrichtung (RCD) mit einem Bemessungsdifferenzstrom von höchstens 30 mA. In Altbauten ohne RCD ist die Küchenmontage der richtige Moment, das nachrüsten zu lassen.

Was Sie vorher vorbereiten müssen

Der Montagetag scheitert selten am Monteur. Er scheitert an der Baustelle. Die Wand hinter der Küchenzeile muss fertig gestrichen und trocken sein – nach der Montage kommen Sie dort nicht mehr hin. Der Bodenbelag gehört unter die Küche, nicht davor; bei Fliesen muss der Kleber ausgehärtet sein. Wasser-, Abwasser- und Stromanschlüsse müssen an den geplanten Positionen liegen und frei zugänglich sein, nicht hinter einem verschraubten Revisionsdeckel. Der Weg von der Haustür bis in die Küche muss frei sein, inklusive Treppenhaus; Aufzug, Halteverbot und Parkplatz für den Montagewagen gehören organisiert. Und: Heizung an, wenn es kalt ist, denn Holzwerkstoffe arbeiten.

Kleinigkeiten, die regelmäßig vergessen werden: eine funktionierende Steckdose für die Maschinen der Monteure, ein Platz für den Verpackungsmüll, die Entscheidung, wohin die Altgeräte kommen, und Haustiere, die nicht zwischen offenen Werkzeugkoffern laufen. Eine vollständige Aufstellung finden Sie in unserer Küchenmontage-Checkliste.

Wenn ein Teil fehlt oder falsch ist

Fehlteile sind der Normalfall, nicht die Ausnahme – eine falsche Griffleiste, ein Sockelblende in der falschen Länge, ein Beschlag zu wenig. Entscheidend ist, wie damit umgegangen wird. Ein guter Monteur montiert alles, was montierbar ist, dokumentiert den Fehlbestand schriftlich und meldet ihn noch am selben Tag an den Innendienst. Sie sollten diese Liste unterschrieben mitbekommen. Nehmen Sie die Leistung in diesem Fall nicht vorbehaltlos ab: Nach § 640 BGB gilt ein Werk als abgenommen, wenn Sie es als im Wesentlichen vertragsgemäß billigen, und mit der Abnahme beginnt nach § 634a Absatz 2 BGB die Verjährung – und die Beweislast dreht sich.

Die Verbraucherzentrale rät, Mängel vor der Abnahme schriftlich festzuhalten und in das Abnahmeprotokoll den Zusatz aufzunehmen, dass die Geltendmachung von Gewährleistungsansprüchen vorbehalten bleibt. Ebenso dürfen Sie einen Teil der Rechnung zurückhalten: § 641 Absatz 3 BGB nennt als angemessen „in der Regel das Doppelte der für die Beseitigung des Mangels erforderlichen Kosten“. Was das konkret bedeutet, erklären wir unter Mängel bei der Küchenmontage. Eine Kostenabschätzung für Ihre Zeile liefert der Montagekosten-Rechner, die Preisspannen im Detail stehen unter Küchenmontage Kosten.

Die Übergabe

Am Ende steht die gemeinsame Begehung. Prüfen Sie jede Tür und jede Schublade einzeln, sehen Sie sich das Fugenbild aus einem Meter Abstand und im Streiflicht an, öffnen Sie Wasserhahn und Siphon und schauen Sie nach fünf Minuten noch einmal unter die Spüle. Lassen Sie sich die Geräte erklären und die Unterlagen aushändigen. Erst danach wird unterschrieben – und zwar auf einem Protokoll, in dem alles steht, was Ihnen aufgefallen ist. Ein sauber ausgefülltes Protokoll ist später Ihr wichtigstes Beweismittel.

Häufige Fragen zum Ablauf der Küchenmontage

Wie lange dauert die Montage einer 5-Meter-Küche?

Wie lange dauert die Montage einer geraden 5-Meter-Zeile? Bei zwei Monteuren in aller Regel ein Arbeitstag von etwa acht bis zehn Stunden. Blauarbeit, MEGA Küchen und olina nennen übereinstimmend einen Tag für die Standardküche; Kochinseln, Stein-Arbeitsplatten oder schwierige Wände verlängern auf zwei Tage.

Muss ich bei der Küchenmontage anwesend sein?

Sie müssen bei der Küchenmontage nicht durchgehend danebenstehen, aber am Anfang und am Ende sollten Sie da sein. Zu Beginn werden Positionen und Anschlüsse abgestimmt, am Schluss findet die Abnahme statt – und die sollten Sie niemals einer dritten Person überlassen.

Wer schließt Herd und Kochfeld an?

Herd und Kochfeld anschließen darf nur ein Betrieb, der in das Installateurverzeichnis eines Netzbetreibers eingetragen ist; das ergibt sich aus § 13 Absatz 2 NAV. Viele Küchenmonteure arbeiten deshalb mit einem Elektrofachbetrieb zusammen, der am Montagetag hinzukommt.

Was passiert, wenn ein Teil fehlt?

Wenn ein Teil fehlt, wird der Rest montiert und der Fehlbestand schriftlich protokolliert. Nehmen Sie die Küche dann nicht vorbehaltlos ab, sondern vermerken Sie den offenen Punkt im Abnahmeprotokoll und behalten Sie einen angemessenen Teil der Vergütung ein.

Muss der Boden vor der Küchenmontage fertig sein?

Der Boden muss vor der Küchenmontage fertig verlegt und ausgehärtet sein, ebenso die Wandfarbe hinter der Zeile. Wird der Belag später eingebracht, passen Sockelhöhen und Gerätenischen nicht mehr, und eingebaute Geräte lassen sich unter Umständen nicht mehr ausbauen.

Quellen