Was Küchenmonteure wirklich verlangen: Marktauswertung
Die aufschlussreichste Zahl dieser Auswertung ist eine Fehlanzeige. Wir haben rund sechzig ausführende Montagebetriebe in Deutschland daraufhin geprüft, ob sie Preise veröffentlichen. Etwa vier von zehn tun es nicht – sie versprechen ein „transparentes Festpreis-Angebot nach Sichtung Ihres Küchenplans” und nennen dabei keine einzige Zahl. Auswertbar blieben 33 Betriebe aus zwölf Bundesländern. Namen nennen wir bewusst nicht: Preise ändern sich, und niemand soll mit einer veralteten Zahl konfrontiert werden, die auf unserer Seite steht.
Was die Betriebe verlangen, die Zahlen nennen
| Position | Günstigster Wert | Median | Höchster Wert | Betriebe mit Angabe |
|---|---|---|---|---|
| Montage pro laufendem Meter | 50 € | 179 € | 350 € | 16 von 29 |
| Stundensatz | 29 € | 52 € | 126 € | 20 von 29 |
| Anfahrtspauschale | 15 € | 49 € | 62 € | 17 von 29 |
| Wasseranschluss | 10 € | 76 € | 300 € | 14 von 29 |
| Elektro-/Herdanschluss | 45 € | 89 € | 300 € | 15 von 29 |
| Abbau der alten Küche | 18 € | 82 € | 400 € | 12 von 29 |
| Arbeitsplatte | 24 € | 58 € | 150 € | 10 von 29 |
Stand Juli 2026. Nicht eingerechnet sind Betriebe, deren Seite erkennbar veraltet ist, die ihre Zahlen selbst als Beispielwerte kennzeichnen oder die Marktdurchschnitte anderer Portale zitieren statt eigener Preise – ein Muster, das uns mehrfach begegnet ist.
Der Meterpreis ist keine vergleichbare Größe
Eine vergleichbare Größe ist der Meterpreis gerade nicht – und das ist die wichtigste Erkenntnis dieser Auswertung. Zwischen dem günstigsten und dem teuersten Wert liegt der Faktor sieben, aber der Unterschied steckt fast nie in der Arbeitsqualität, sondern in der Definition. Bei einem Berliner Betrieb enthält der Meterpreis Arbeitsplatten, Silikonarbeiten, Geräteeinbau und Entsorgung. Bei einem Hamburger Anbieter mit einem Viertel dieses Preises ist fast alles davon eine eigene Position. Ein dritter Betrieb im Ruhrgebiet verlangt für die reine Montage sehr wenig und schließt die Spüle für zehn Euro an – dort ist der Aufbau das Produkt und die Installation praktisch eine Zugabe.
Vergleichsportale stellen diese Zahlen trotzdem nebeneinander. Wenn Ihnen also ein Angebot doppelt so teuer erscheint wie ein Wert aus dem Netz, prüfen Sie zuerst, ob überhaupt dasselbe gemeint ist. Welche Positionen es gibt, steht im Ratgeber Küchenmontage Kosten.
Ein Betrieb rechnet sogar in einer anderen Einheit: nicht pro Meter Küchenzeile, sondern pro Schrankmeter. Eine drei Meter lange Küche kann so auf fünf bis sechs Schrankmeter kommen. Der Meterpreis wirkt durchschnittlich und ist es nicht.
Die zwei Positionen, die auf der Rechnung überraschen
Auf der Rechnung überraschen regelmäßig genau die beiden Positionen, die am seltensten vorab beziffert werden: der Abbau der alten Küche und die Arbeitsplatte. Nur gut ein Drittel der ausgewerteten Betriebe nennt für den Abbau überhaupt eine Zahl, bei der Arbeitsplatte ist es nicht einmal jeder Dritte. Beide sind aber selten klein – der Abbau reicht in unseren Daten von unter zwanzig Euro pro Meter bis zu mehreren hundert Euro für Demontage samt Entsorgung.
Fragen Sie deshalb beides aktiv ab, bevor Sie zusagen. Was beim Abbau anfällt und welche Entsorgungswege es gibt, steht unter Alte Küche abbauen; worauf es beim Zuschnitt ankommt, unter Arbeitsplatte und Zuschnitt.
Beim Anschluss entscheidet nicht das Können, sondern die Kalkulation
Nicht das Können entscheidet beim Anschluss, sondern die Art zu kalkulieren: Für denselben Wasseranschluss reicht die Spanne in unseren Daten von zehn Euro bis weit über hundert. Ein Handgriff von wenigen Minuten kostet beim einen Betrieb so viel wie ein Mittagessen, beim anderen so viel wie eine Arbeitsstunde. Wer die Montage günstig anbietet, verdient häufig an den Anschlüssen – und umgekehrt. Erst die Summe aus beidem ergibt einen Vergleich. Was Sie dabei selbst dürfen und was zwingend eine Fachkraft übernehmen muss, klärt Küche anschließen.
Drei Abrechnungsmodelle, die sich fast nie mischen
Fast nie mischen sich die drei Abrechnungsmodelle: Küchenspezialisten rechnen nach laufendem Meter, Solo-Monteure und Möbelspediteure nach Stunden, einige Betriebe bieten Pauschalen nach Küchenform an. Nur zwei Betriebe im gesamten Sample stellen zwei Modelle nebeneinander. Für Sie heißt das: Ein Angebot nach Stunden und eines nach Metern lassen sich nicht direkt vergleichen, solange Sie nicht wissen, wie viele Stunden der eine ansetzt. Genau dafür rechnet unser Montagekosten-Rechner alle drei Modelle parallel durch.
Einer der ausgewerteten Betriebe erklärt auf seiner eigenen Preisseite, warum er nach Stunden abrechnet: Wer einen Festpreis nennt, schlage oft einen Risikoaufschlag auf. Das ist die ehrlichste Erklärung dafür, warum Festpreise selten und „ab”-Preise überall sind.
Regionale Muster
Regionale Muster sind deutlich, aber nicht so simpel wie „Osten billig, Westen teuer”. Im Osten liegen die Meterpreise spürbar niedriger, und dort finden sich auch die saubersten Kalkulationen – Nettopreise plus ein offen genannter Kilometersatz. Innerhalb des Westens ist die Spanne genauso groß: Zwischen Rheinland und Ruhrgebiet, keine sechzig Kilometer entfernt, liegt fast das Vierfache. Ein Preis aus einer Nachbarstadt ist deshalb keine verlässliche Messlatte.
Eine Zahl nennen dagegen fast alle, und zwar erstaunlich einheitlich: den Aufschlag für Küchen, die als Bausatz geliefert werden. Wo die Korpusse erst zusammengebaut werden müssen, kostet die Montage rund ein Viertel bis vierzig Prozent mehr. Dieser Wert taucht quer durch die Republik auf und wird nirgends versteckt.
Zwei Vergleichsfallen, die fast jedem passieren
Der Meterpreis ist selten der ganze Preis
Selten ist der ganze Preis im Meterpreis enthalten: Das häufigste Modell im Markt besteht aus zwei Komponenten – einer Grundpauschale plus dem Preis pro Meter. Die Grundpauschalen liegen dabei erstaunlich dicht beieinander, meist im mittleren zweistelligen bis unteren dreistelligen Bereich. Wer nur die Meterpreise zweier Angebote vergleicht, übersieht bei einer kurzen Küche schnell den größeren Posten. Rechnen Sie deshalb immer die Gesamtsumme für Ihre konkrete Länge.
Netto oder brutto – der Unterschied beträgt fast ein Fünftel
Fast ein Fünftel beträgt der Unterschied zwischen netto und brutto, und die Betriebe handhaben es uneinheitlich: Manche nennen Nettopreise zuzüglich Mehrwertsteuer, andere Endpreise inklusive, und Kleinunternehmer nach § 19 UStG weisen gar keine Umsatzsteuer aus. Zwei Angebote mit derselben Zahl können sich dadurch real um neunzehn Prozent unterscheiden. Prüfen Sie bei jedem Angebot zuerst, welche der drei Varianten vorliegt – es ist die häufigste stille Fehlerquelle beim Vergleich.
Preistransparenz ist ein Großstadt-Phänomen
Ein Großstadt-Phänomen ist die Preistransparenz in dieser Branche in doppelter Hinsicht. Fast alle auswertbaren Preislisten stammen aus westdeutschen Ballungsräumen und Großstädten. In Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und im Saarland fanden wir trotz gezielter Suche praktisch keinen ausführenden Betrieb mit veröffentlichten Preisen – dort besetzen ausschließlich Vermittlungsportale die Suchergebnisse. Wenn Sie in diesen Regionen suchen, ist das Fehlen von Onlinepreisen also der Normalfall und kein Warnsignal: Rechnen Sie damit, telefonieren zu müssen.
Woran Sie ein auffälliges Angebot erkennen
Ein auffälliges Angebot erkennen Sie nicht am Preis, sondern an dem, was fehlt. Nutzen Sie die Spannen oben als Plausibilitätsprüfung, nicht als Zielwert, und klären Sie vor dem Vergleich vier Punkte: Sind Abbau und Entsorgung enthalten? Wer schneidet die Arbeitsplatte zu und wo? Sind Wasser- und Elektroanschluss eingerechnet oder Einzelpositionen? Kommt Anfahrt dazu, und ab welcher Entfernung? Erst wenn diese vier geklärt sind, vergleichen Sie tatsächlich dasselbe. Die vollständige Checkliste für Angebot und Abnahme steht unter Checkliste zur Küchenmontage.
Wie wir vorgegangen sind
Vorgegangen sind wir im Juli 2026 so: systematische Suche nach ausführenden Montagebetrieben in Deutschland, die Preise öffentlich auf ihrer Website nennen. Jede Angabe haben wir direkt auf der Anbieterseite geprüft, nichts aus zweiter Hand übernommen. Nicht ausgewertet haben wir Portale und Vermittler, Möbelhaus-Pauschalen der großen Ketten sowie Betriebe, deren Seiten erkennbar veraltet sind oder die eigene Zahlen ausdrücklich als Beispielwerte kennzeichnen.
Mehrfach begegnet ist uns ein Muster, das man kennen sollte: Seiten, die für „Küchenmontage Preise” gut auffindbar sind und dort ausschließlich Marktdurchschnitte anderer Portale zitieren, ohne eigene Preise zu nennen. Wer solche Zahlen für ein Angebot hält, vergleicht am Ende zwei Zitate derselben Quelle. Solche Seiten haben wir aus der Auswertung genommen.
Namen nennen wir nicht und verlinken die Preisseiten nicht: Preise ändern sich, und kein Betrieb soll mit einer veralteten Zahl von unserer Seite konfrontiert werden. Wer die Lage in der eigenen Region prüfen will, fragt vor Ort – dort ist die Zahl immer aktueller als jede Auswertung.
Häufige Fragen zur Auswertung
Warum nennen Sie keine Namen der Betriebe?
Namen der Betriebe nennen wir aus zwei Gründen nicht: Preise ändern sich laufend, und eine veraltete Zahl neben einem Firmennamen schadet dem Betrieb. Außerdem wollen wir keine Rangliste erstellen – uns interessiert, wie der Markt rechnet, nicht wer am günstigsten ist.
Warum veröffentlichen so wenige Betriebe Preise?
So wenige Betriebe veröffentlichen Preise, weil jede Küche anders ist: Wandbeschaffenheit, Etage, Geräteart und Zustand der Anschlüsse verändern den Aufwand erheblich. Ein Festpreis ohne Besichtigung enthält deshalb meist einen Risikoaufschlag – ein Betrieb aus unserer Auswertung sagt das auf seiner Preisseite sogar offen.
Kann ich mit diesen Werten verhandeln?
Mit diesen Werten verhandeln können Sie nur bedingt. Sie zeigen einen Rahmen, keinen fairen Preis für Ihre Küche. Wirksamer ist es, nach dem Leistungsumfang zu fragen: Was ist enthalten, was kommt dazu?
Ist ein Betrieb ohne Preisliste unseriös?
Ein Betrieb ohne Preisliste ist keineswegs unseriös – vier von zehn geprüften Häusern nennen keine Zahlen, darunter etablierte Fachbetriebe. Aufmerksam werden sollten Sie erst, wenn ein konkretes Angebot die Positionen nicht einzeln ausweist.
Wie aktuell sind diese Zahlen?
Aktuell sind diese Zahlen zum Stand Juli 2026. Die absoluten Beträge verschieben sich mit Löhnen und Materialkosten; die Muster darunter – Definitionsunterschiede, ungenannte Positionen, regionale Spannen – halten deutlich länger.
Auswertung eigener Recherche, Stand Juli 2026. Keine Rangliste und keine Empfehlung für oder gegen einzelne Betriebe. Diese Seite wird nicht laufend aktualisiert: Die beschriebenen Muster gelten weiter, die konkreten Beträge prüfen Sie bitte tagesaktuell beim Anbieter Ihrer Wahl.